verliebt, verlobt, verheiratet.

Auch wenn man das auf dem Foto hier nicht erkennt, ich stehe rechts von meinem Mann, meinem Ehemann, verrückt. Ich bin verheiratet. Ob Brautkleid oder Gardine, was ich für einen Brautstrauß hatte, und wie wir gefeiert haben? 


so. viel. Liebe!

18.08. ist ab sofort ein ganz besonderer Tag für uns.


Unser Hochzeitstag. Der Tag, an dem wir uns dafür entschieden haben, ein Ehepaar zu sein, verheiratet, so komplett ernst, und so erwachsen.


Wir sind also jetzt da, wo wir immer sein wollten. Junge Eltern sein, ein junges Ehepaar. Es schien alles so weit weg, und jetzt, in ein paar Wochen, ist unser Sohn schon in unseren Armen und macht uns zu einer richtigen Familie.


Der erste Schritt wäre also getan, wir sind verheiratet. Wir haben 'Ja' gesagt, vor unseren engsten Liebsten und zu uns. Und wie stellt man sich den schönsten Tag im Leben vor? Ausgeschlafen aber nervös, wunderschön und glücklich sein. Entspannte Fahrt, früh genug vor Ort sein und die letzten Minuten von dem Ja-Wort ganz in Ruhe genießen. Ja. Und da ich ja immer noch ich bin, lief das alles andere als entspannt ab.


Ausgeschlafen war ich, mhhhhhhh....., vielleicht ein wenig, grenzwertig- also ok. Den Tag und Abend vorher waren wir, die Brautjungfern und Trauzeugen total fleißig, für die anschließende Party. Haben dekoriert, gebacken, gekocht, aufgeräumt, geputzt,.... Sehr erfolgreich also, und anstrengend. Ein Hoch auf diese besonderen Menschen, die uns so unglaublich geholfen haben!


Nervös? war ich, aber nur wegen der 50 Personen, die wir in der Bude erwartet haben. Nervös wegen der Hochzeit, der ewigen Bindung hatte ich gar nicht. Mit Simon habe ich einen unglaublich angenehmen und wundervollen Menschen getroffen, Angst davor zu haben, dass ernst wird- wäre hochschwanger eh zu spät ;-)


Also sind wir Mädels über eine Stunde vor Beginn losgefahren, um früh genug vor Ort zu sein. Mich nochmal schön schminken, die Locken nochmal einzudrehen- und vor allen Dingen das Kleid anzuziehen. Ich dachte halt, wir haben genug Zeit, es hatte leider geregnet und da wollte ich das Kleid nicht versauen. Joa. Wie war das mit der expectation vs. reality? Wir standen irgendwo im Nirgendwo, genau an dem Tag war nämlich die Autobahnausfahrt gesperrt und die Navis haben es nicht verstanden, das wir DA NICHT LANGFAHREN konnten. Alternativroute ausgeschlossen, denn die war auch gesperrt. Also frei Schnauze fahren. Die Uhr schlug 13:30 Uhr. 30 Minuten also noch bis zur Trauung.


Frei Schnauze war keine gute Idee, denn es kam raus, dass wir in die völlig falsche Richtung gefahren sind. Wie war das nochmal mit dem Thema Nervosität? Die war natürlich auf Maximum mal eintausend. Irgendwann wurden wir dann schlauer und haben ein Schild mit dem Schloss entdeckt, wo wir heiraten wollten. Also da entlang. Schminke hing überall, außer im Gesicht. Mein Outfit nannte sich immer noch "bequem und lässig" statt "elegant und schick". Heiraten in Jogginghose wollte ich jetzt nicht so unbedingt.


In diesen hektischen Momenten kam natürlich das allerbeste Lied im Radio, Mark Forster mit "sowieso". Kurzer Abschnitt aus dem Songtext, damit ihr euch vorstellen könnt, wie es einfach gepasst hat.

"Ey stranges, kleines Leben

Verläuft auf Seitenwegen

Ich such' die Mitte, doch mein Glück liegt meist daneben

So selten Flugrakete, bin mehr so Zugverspätung

Doch die Ernte kommt immer man, es ist gut gesät und

Ich hab kein Stress mit warten

Geh' auch durch schlechte Phasen

Ich bin geduldig und nehme zum Schluss die besten Karten

Und fällt der Jenga Turm, egal gib' mir Verlängerung

Halt neuer Plan dann, denn Leben ist Veränderung

Egal was kommt, es wird gut, sowieso

Immer geht 'ne neue Tür auf, irgendwo

Auch wenn's grad nicht so läuft, wie gewohnt

Egal, es wird gut, sowieso"


Ok, was Mark singt, wird also so sein. Es wird irgendwann gut. 13:40 und ich war noch nicht da. Die Gäste schon. Aber es wird gut.


In dieser tollen Zeit erreichte mich noch vom Fotografen eine Nachricht. Sein Zug hat Verspätung, Simon muss also am Bahnhof warten, denn er wollte ihn abholen. So knapp vor unserem Ja-Wort, mein Ehemann ist nichtmal am Schloss, die Braut auch noch nicht. Was geht hier bitte ab!!!!


Dann, auf dem Weg zum Schloss, sah ich auf der gegenüberliegenden Spur meinen Bruder auf der Straße laufen, meine Mutter dann auch, das Auto stand am Seitenrand. Ich fuhr vorbei, dann kam ein Kreisverkehr. Ich rief ihn an, ob er einen Unfall hatte, warum der in die falschen Richtung fährt, warum er auf dem Straßenrand steht, wir heiraten immerhin jeden Moment? Er sagte: Kein Unfall, alles gut, wir holen den Fotografen, fahr zum Schloss, wir sind gleich da. 


Ehhhhh Moment. Ich Simon angerufen, und auch er sagte mir er holt den Fotografen ab. Eh Leute, zwei Autos für einen Fotografen?? Gäste alle da und das Ehepaar nicht. WAS LÄUFT HIER FALSCH! Wieder meinen Bruder angerufen (ich fuhr währenddessen die ganze Zeit im Kreisverkehr weil ich immer dachte ich muss umkehren und jemanden einsammeln). Mein Bruder sagte dann nach nem kräftigen Anschreien von mir die Wahrheit. Simons Auto ist stehengeblieben. Mein Bruder ist mit meiner Mutter ihn holen fahren und dann haben die den Fotografen geholt. Die mussten kurz stehen bleiben, weil es dann zu viele Leute im Auto waren und alles hin und her räumen mussten, sodass alle noch rein passten. 13:50 Uhr.


Ich also dann beruhigter als das Unfall-Szenario in meinem Kopf, also ab zum Schloss.

Meine Vorstellung, dass mich keiner vorher sieht? Scheiß drauf. Es hat geregnet ohne Ende. Ich hab geheult ohne Ende weil einfach nichts lief. Alle Gäste standen im Flur, ich musste an allen vorbei. Verheult, verschwitzt, genervt und im Jogginganzug. Meine Brautjungfern tippelten also ganz schnell hinter mir her, mit meiner Schminke, meinen Schuhen, meinem Kleid und meinen eigen kreierten Brautstrauß (Schönes Grün und eine weiße Blume vom Markt und der schöne Schleierkraut = super preiswert ;-)).

Wir wollten doch noch so viel machen. Die Musik probieren, den Raum ansehen, die Stühle rücken. 13:55 Uhr, also erstmal das wichtigste: ab ins Kleid. Dann neu schminken, schnell die Haare machen. Aufhören zu heulen, vor allem aufhören zu heulen. Aber das ging einfach nicht. Die Mädels probierten schnell die Musik, sie rannten quer durchs Schloss, damit die mich beruhigen konnten, weil ich muss ja immer alles perfekt haben. Aber ganz ehrlich? In diesem Moment wollte ich einfach nur eins: meinen Mann in diesem Schloss!

Und dann ertönte seine Stimme. Ein großes "wir haben es geschafft, wir sind da". Puh, 14:05, wir haben es geschafft. Alle sind gesund da. Puuuuuh!


Also alle Gäste nach oben ins Trauzimmer, ich noch schön versteckt auf dem Damenklo. Die Mädels haben alle platziert, meinen Mann an den großen Trautisch, meinen Vater an die Türe. Dann haben sie mich aus dem Badezimmer befreit und bis vor die Türe begleitet. Sie sind rein, haben die Musik gestartet und ja, dann ging es also los. Mein Puls auf 834894, immer noch total hibbelig von den letzten 60 Minuten. Und dann so von jetzt auf gleich den Schalter von Stress und Panik auf Romantik umstellen. Ok, ich war bereit.

Ich stand vor verschlossener Türe und hörte unser Lied. "Raise me up" in einer wunderschönen Cover-Version. Und dann öffnete man mir die Türe.


Und da stand er, festgehalten an der Stuhllehne, total nervös und verheult, mein wundervoller Verlobter. Mein Vater lief also mit mir auf Simon zu, und ich konnte ihn endlich in den Arm nehmen. Nach so einem verrückten Vormittag. 20 Minuten später als geplant, aber endlich angekommen, und sowas von bereit zu heiraten.




Die Trauung war wunderschön. Ruhig, romantisch und so viele schöne Worte wurden gefunden. Was mir ganz besonders wichtig war, dass wir uns auch an der standesamtlichen Trauung ein Eheversprechen geben. Und oh mein Gott, es war so wunderschön! 


Nach der schönen Zeremonie haben wir angestoßen und schöne Familienfotos gemacht! Die Gäste fuhren dann zu uns nach Hause, während wir ein Paarshooting hatten. Schaut euch diese schönen Bilder an! Danke danke danke Marco!

(Kontakt: HIER)




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