39 Wochen wächst ein Wunder in mir heran.

39 Wochen sind eine lange kurze Zeit.


Das man so stolz auf den eigenen Körper sein kann, hätte ich niemals gedacht. Aber es ist doch so, aus dem Nichts entsteht ein kleiner Mensch, mit Armen und Beinen, Fingernägeln und einem breiten Grinsen im Gesicht, und das alles in meinem Bauch.

Die ersten Wochen vergingen gar nicht. 3 Monate zu warten, bis man es erzählen kann, bis man aus der 'kritischen Phase' ist, oh je- einfach viel zu viele lange Tage beinhalten so drei Monate, das kann ich mal sagen! Die ersten typischen Schwangerschaftsanzeichen waren bei mir wirklich die obligatorische Morgenübelkeit- nein, gar nicht- Ganztagesübelkeit hoch 100, also ich hab über zwei Monate jeden Tag, jeden Schritt, jede Bewegung gehofft, mich nicht zu übergeben. Ganz unangenehm wenn man in die Stadt will, im Auto sitzt, oder die Oma umarmt.


Plauze raus und Bauch streicheln, dann fällt da gar nichts auf!

Die erste Schwangerschaftshose habe ich mir schon in der 10. Woche gekauft, natürlich streckt man stolz den Bauch raus, und bildet sich ein, dass alles zwickt und man sich nicht mehr bücken kann,.... rückblickend wirklich sehr lächerlich, aber ich war der vollkommenen Überzeugung davon, in der 10. Woche schon einen auf hochschwanger machen zu können.

Tatsächlich habe ich mich in super enge Klamotten gezwängt, damit man bloß einen Bauch sieht. Das der nur aus zu viel Essen und kohlensäurehaltigen Getränken bestand, musste ja keiner wissen! Von daher, Plauze raus und Bauch streicheln- dann fällt da gar nichts auf.

Bereits im zweiten Monat hatte ich auch schon die ersten hunderte Euros in Babykleidung investiert, irgendwelche Spielzeuge, die das Kind erst in 2 Jahren benötigt, mich für einen Einrichtungsstil für das Kinderzimmer entschieden- es war praktisch alles fertig und geplant und dachte nur daran, was ich die letzten 8 Monate noch so mache?! "Zum Glück" sind wir nochmal umgezogen, dass ich wieder eine Aufgabe hatte. Dreimal habe ich die Räume hin und her gewechselt und Kinderzimmer gestaltet- neu gestrichen und dekoriert. Mein armer Mann kam von der Arbeit nach Hause und wieder und wieder dachte er, er sei in einer fremden Wohnung, da sie nie so aussah, wie er sie morgens verlassen hatte. 

Aber hey- so wird es nie langweilig mit mir, oder?


Die nächsten Wochen nach der Verkündung vergingen eigentlich gar nicht, jeden Tag habe ich darüber traurig nachgedacht, wie lange ich noch warten muss, bis ich erfahre, was es wird. Bis ich weiß, dass er richtig gesund ist. Bis ich weiß, wie groß er mal in den letzten Wochen der Schwangerschaft sein wird und wie mein Körper sich verändert und vor allem wir auch als Liebespaar. Und dann überraschte er uns mit einem wundervollen positiven ersten großen Screening- wir wussten, er ist gesund. Dann, in der 15. Woche, hat er stolz mit breiten Beinen gezeigt, dass er ein Junge wird- wir waren so unendlich froh und glücklich- und ja, der Shoppingrausch ging dann, obwohl ich eigentlich schon alles an Klamotten hatte, erst so richtig los! 


So viel Zauber lag in der Luft, es war magisch.

Ein paar Wochen später verformte sich mein Körper langsam, ein kleiner Bauch wurde sichtbar, vielleicht aber auch nur, weil ich ihn so oft aufgebläht habe und nicht mehr einziehen wollte- ich war ja schließlich schwanger und jeder sollte es sehen! Dann kam unser wunderschöner Sommerurlaub. Kreta war nicht nur deswegen für uns so besonders, weil es der letzte Urlaub zu zweit war, sondern weil vor Ort einfach so viel wunderbares passiert ist. An Muttertag spürten und sahen wir die ersten deutlichen Tritte, ein paar Tage später fiel mein absoluter Lieblingsmensch vor mir auf die Knie und hielt um meine Hand an. So viel Zauber und Liebe lag in der Luft, es war magisch.


so greifbar nah, aber doch noch so fern...

Ich hatte also (endlich) wieder eine Aufgabe in meinem langweiligen Alltag: Hochzeit planen! Ja, wir wollten noch standesamtlich vor der Geburt heiraten, damit der Kleine direkt so richtig zur Familie gehört. Das Datum war fix, aber ein Standesamt mit noch nem freien Termin an diesem Wunschdatum zu bekommen, war hart. Es musste aber der 18.08. sein, ganz am Anfang unserer Beziehung haben wir nämlich mal lächelnd darüber geträumt, dass wir am 18.08.18 heiraten werden. Und das werden wir, dann ist die große Hochzeit. Damit es mit dem Datum aber dann nicht so kompliziert ist, musste es also auch der 18.08. in 2017 sein. Planungszeit bis zum großen Tag also nur 3 Monate!

und die drei Monate gingen, so sag ich jetzt, suuuuper schnell um. Weil ich einfach so viel zu tun hatte. So viel geplant habe. Ich bin da so super kleinlich und perfektionistisch, einfach alles muss stimmen. Die Farben der Ballons müssen zu den Servietten und den Kerzen passen. Das Licht muss stimmungsvoll und nicht zu grell sein. Und dann alles rund ums Thema Baby. Simon und ich als Baby mit Geschichten und  Bildern von früher, einen kurzen Film wie Jonah sich so entwickelt hat (Aufnahmen der letzten Ultraschalltermine von einem 0,93 mm Punkt bis hin zum Dickbäckchen-Gesicht mit Kussmund. Es war wunderbar. Und da war ich schon (oder erst) in der 33. Woche! Wie bekomm ich denn jetzt die letzten 7 Wochen rum? DAS DAUERT JA EWIG!


Endspurt.

Genau. Wir bereiten uns richtig vor. Unterlagen mussten ausgefüllt werden, die Kliniktasche wurde gepackt. Der Maxicosi wurde ins Auto gestellt und auch in der Klinik zur Vorstellung und Geburtsbesprechung war ich. Sonntags hatte ich immer Wochenwechsel, bereits Donnerstags habe ich schon immer gesagt "Bor Simon, Sonntag bin ich schon in der X. Woche!!"- und dieser Satz kam gefühlt täglich. Es ging wirklich schnell. Der Bauchumfang mittlerweile auf 101 cm, die Schwangerschaftskleidung in S kam auch so langsam an ihre Grenzen.

Elegant aufstehen? -Nope.

Nächte durschlafen? -Schlafen? was ist das?

Simon bring mir Trinkpäckchen und Milchschnitte. Immer, zu jeder Zeit. Und massier mich, los!

Das beschreibt ganz gut die letzten Wochen! 

Und jetzt, alles sooo greifbar nahe! Wir sind so bereit, bereit für diesen wunderschönen neuen Alltag als Familie!



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