"18.08." - endlich nochmal heiraten!

Teil Eins.

Ein Jahr haben wir darauf gewartet. Auf unsere große Hochzeit. Unsere freie Trauung. Diesen perfekten Tag. Und es ist vielen einfach anders gekommen, als erwartet.


Planen kann man ja viel. Man plant auch Plan B's ein. Wenn es plötzlich regnen sollte, muss ja eine Regenvariante sein. Wenn der Redner krank ist, muss uns jemand trauen. Wenn der Kellner verhindert ist, muss doch jemand bedienen. Wenn der Kühlschrank kaputt geht, kann ja nicht alles warm werden. Wenn was mit dem Essen ist, wenn das Klo verstopft. Man denkt, so viel, über alles nach. Aber eins habe ich nicht bedacht: was mache ich, wenn ich mir zwei Wochen vor der Hochzeit meinen Fuß breche.


So war es also. Und was haben wir getan? Ja, tatsächlich die Hochzeit abgesagt. Und unsere Reise. Einfach alles wurde storniert. So kurz vor knapp.


Natürlich hätten wir auch so heiraten können- wollte ich aber einfach nicht. Ich wollte tanzen, vernünftig laufen, hüpfen, und nicht nur sitzen und das Bein hochlegen. Also wurde alles verschoben. Und somit stand ein neues Datum fest: der 13.Oktober.


Eine Oktoberhochzeit, der goldene Herbst. Vielleicht verregnet. Vielleicht total früh dunkel. Vielleicht viele Absagen weil die Grippe wieder rum geht. Aber nein. Es war alles perfekt. Es sollte anscheinend so sein. Der 13.10. Ein super goldener Herbsttag, wie aus dem Bilderbuch. 27 Grad, keine Absagen, alle gut drauf. Wir hatten so Glück, und blicken auf einen so schönen Tag zurück!


Für uns war es trotzdem der 18.08.. Es ist einfach unser Datum. Das Jahr zuvor hatten wir ja standesamtlich geheiratet, genau ein Jahr später dann frei. Ja, deswegen "18.08.".


Es war so wundervoll. Es stimmte einfach alles. Jedes Dekoteil, welches ich von Freunden geliehen habe, hat stimmig gepasst. Jedes Kleinklein bildete hinterher dieses perfekte Bild. Gold, Silber, Mint & Naturtöne waren unsere Farben. Vom Kleid bis zum Luftballon, über Servietten und Kerzen- alles war in diesem Farbschema. Auch die Gäste haben wir gebeten, sich nicht zu knallig anzuziehen.


Die Location war wunderschön, eine alte Kirche, welche nur noch als Veranstaltungsraum genutzt wird. Hohe Mauern, Holztüren, ein wunderschöner Bühnenbereich mit einer Kuppel. Zwischen Trauung und Feier haben wir umgestellt. Das war ganz schön chaotisch & aufwendig. Jetzt im Nachhinein würde ich mehr Kellner bzw Helfer dafür einteilen. Es häuft sich dann doch ganz schön. Vorher waren es ja Stuhlreihen, um jeden Gast einen guten Platz für die Trauung ermöglichen zu können. Dann, für die Feier, brauchten wir ja Tische. Wir haben uns für zwei lange Tafeln entschieden. Einmal die jüngeren & einmal die älteren, hihihi. Offiziell waren es der Freunde- und der Familientisch. ;-)





Auf den Tischen wurde beim Umstellen auch die Gastgeschenke platziert. Ich wollte was persönliches für unsere Gäste. Und was ist persönlicher als selbstgemachtes aus meinem Shop? Es gab für die jüngeren Mädels ein Haarband oder Haargummi aus einem schönen Vintagestoff. Für die anderen Frauen gab es Armbänder, die ich auch selbst gestaltet habe. Für alle Männer gab es was gekauftes- aber trotzdem persönliches. Und zwar habe ich die Fisherman's Friends gekauft, und das Wort "Fischerman" mit einem weißen Korrekturstift übermalt, und mit nem roten Filzstift dann unseren Nachnamen drauf geschrieben. Somit waren es persönliche "Strawe's friend". Passte dann ja. Wir hatten vier Kinder als Gäste, neben Baby Jonah. Für die Kinder haben wir Beschäftigungs-Sets zusammengestellt.


In denen waren Malbücher, Stifte, Knete, Radiergummi & Anspitzer und eine kleine Tafel mit Kreide. Also waren die Kinder beschäftigt, und es war kein Krachmacher drin, was andere Gäste vielleicht stören könnte.


Als Tischdeko haben wir uns für viele Block- und Stabkerzen entschieden, und für klare Vasen. Als Blumen hatten wir das typische Schleierkraut, Distel, Eukalyptus, Nelken und Olivenzweige. Genau das hatten wir dann auch am Traubogen und meine Brautjungfern und ich in den Haaren und sogar mein Brautstrauß habe ich davon gestaltet. Es passte super zum Farbschema, und sah einfach nur stimmig aus. Ich würde empfehlen, die Blumen beim Händler auf dem Markt zu kaufen, wesentlich (!!!) preiswerter! Alleine einen Brautstrauß beim Floristen zu bestellen, kostet ja ein Vermögen! Zum bohemischen Stil passt ja das buschige, wilde- und somit war es selbst schnell zusammengestellt & mit einer Schnur verknotet. Wir haben Samstags geheiratet, ich habe die Donnerstags vom Markt abgeholt & ins Wasser gestellt, das hat super gereicht. Ich hatte sogar noch Wochen danach von vielen Blumen was! Ich dachte beim abholen erst, dass es viel zu wenig ist. Aber dann habe ich geschnibbelt und verteilt, und dann war noch soo viel übrig, dass wir sogar viele Blumen auf dem Boden bei der Trauung hingelegt hatten. Das sah super aus!




Die Kerzen habe ich von Kik & Tedi, da haben die rustikale Blockkerzen. Die Stabkerzen gab es im Hema , Flaschen haben wir in der Familie gesammelt, ausgespült & dekoriert, und dienten somit als Vasen & Kerzenhalter. Die Tischdecken waren weiß, der Läufer darauf aus Jute, die gibts in 10 Meter länge bei Amazon.


Ich hätte ja auch soo gerne Teppiche und Sofas aufgestellt, aber das wäre ausgeartet und bestimmt schief gegangen. Das ist ja eine reine Sauerei... Ich habe aber viele Grünpflanzen von Freunden & der Familie geliehen, welche in der Location echt ein Hingucker waren, und das wieder so stimmig passte. Eine Palme, ein Eukalyptusbäumchen, und viele andere kleine Grünpflanzen. Die Übertopfe somit auch wieder passend: aus Stroh, in Schwarz oder aus Holz. Das sind so Kleinigkeiten, wo viele meinten "als wenn der rote Übertopf jetzt so schlimm wäre"- aber ja, das Achtsame hat sich einfach ausgezahlt.


Ach, es gibt so viel, was ich euch zeigen möchte. Aber alles nacheinander. Was ich auf jeden Fall noch los werden will, damit ihr aus meinen Fehlern/ Erfahrungen lernen könnt:


-wenn ihr Deko selber macht, schaut, dass ihr viel früher in die Location zum Aufbau könnt. Wenn ihr dann was extra zahlen müsst- tut es. Wir haben 14 Stunden dekoriert und am Ende hieß es nur noch "mach einfach irgendwie, wird schon passen". Man ist einfach irgendwann kreativ und körperlich erschöpft und ausgelastet. Wir haben Freitag früh um 8 Uhr die Schlüssel bekommen und direkt angefangen- nachts aufgehört und am Hochzeitstag selber auch noch viel erledigt.




-prüft die Technik. Wir hatten kein DJ, Geld sparen und so. War dann doch irgendwie doof weil Kabel fehlten, und das eine Stunde vor der Hochzeit auszuprobieren, war echt Horror! Wir haben auf dem allerletzten Drücker dank unserer Freunde, die die Technik zuhause hatten & sogar als DJ arbeiten, noch alles hinbekommen. Sascha, Andre- noch einmal vielen Dank an euch. Ihr habt unseren Tag wirklich gerettet!

Zum Thema Technik: Prüft auch die Bühnenbeleuchtung. Haben wir nämlich nicht. Und als wir die Tanzfläche eröffnen wollten, haben wir dann bemerkt, dass das gar nicht geht. Somit war es total dunkel auf der Bühne............. Unseren Hochzeitstanz haben wir dann im Kerzenschein gemacht, gefeiert wurde dann einfach im dunklen. Ging dann auch, aber trotzdem ist das erstmal ein Stress, den man nicht braucht....


-und bei allen Feiern, die ihr selbst plant, dekoriert, bekocht etc.: macht euch Kisten, die Themenbasiert sind. Ich hatte zB ein Fotospiel vorbereitet, stundenlang! Haben wir dann nicht mehr wiedergefunden und somit nicht spielen können. So schade- das war riiiichtig cool! Ich hätte also eine Kiste mit Spielen machen sollen, und darein kämen dann alle Spiele. Und somit auch Kisten namens : Fotoecke, Technik, Besteck (unsere Messer waren irgendwie alle weg und dann haben wir welche bei Rewe kaufen müssen), Gästebuch (mit Stiften, den Gästebüchern, den Polaroidkameras, Stickern etc.), Beschilderungen (Waffelbar, Gästebuch, WC, Fotoecke, Geschenke, ...) etc.


-macht am Tag der Tage nichts mehr, was aufhält. Ballons aufpusten & aufhängen, Feinschliff Stühle, Fegen,... dann könnt ihr euch in Ruhe fertig machen.


-mindestens 3-4 Kellner. Wir hatten 55 Gäste. Eine DIY Hochzeit, keine Bedienung wirklich- also die Gäste haben sich auch selbst Getränke aus der Truhe geholt zB.. Aber irgendwie häuft sich die Arbeit dann doch, das ganz viel wegfiel.



-ich empfehle, auch Cateringkosten zu sparen. Viel selber machen, und da viele Fragen: auch wirklich die Hilfe von Familie & Freunden annehmen! Jeder macht etwas, und zusammen ist es dann viel! Angerichtet haben wir in einem Kistenhaufen- somit war alles auf verschiedenen Ebenen, ein richtiger Hingucker! Schön geschmückt und nicht wie typisch alles nur auf Tischen.

Wir haben so viel Hilfe bekommen! Vorher haben wir ein Probeessen gemacht, damit wir austüfteln konnten, wie wir die Sandwiches belegen und verpacken,... Aber am Tag selber muss jemand der Kellner & sonst jemand der nicht Gast ist dafür bezahlt werden, das zu koordinieren. Alles aus den Tupperwaren raus, schön anrichten, nachlegen, Sauereien weg machen, .. Einfach den Überblick behalten. Das wird einfach so viel, dass kann man erstens nicht selber machen, die Kellner von uns waren überlastet & man möchte ja nicht, dass die Familie und Freunde, also die Gäste, dann ewig in der Küche rumwuseln. Die Gäste sollen Gäste sein, und somit den Abend echt genießen. Also holt jemanden für die Essenzeit seperat hinzu!


-Engagiert einen Babysitter! Hatten wir vor, aber im Sparmodus haben wir es dann doch nicht gemacht. Familie sagte "wir machen das schon". Ja, dann war Jonah aber total überfordert, wurde ins Bett gesteckt, obwohl er gar nicht müde war, sondern hunger hatte,.... aber keinen kennt ja dann das Baby so gut wie die Mami selber. Simon und ich waren aber überall und nirgendswo, und haben immer gesagt, dass wir natürlich da sind im Notfall, den Abend aber so genießen wollen, dass wir bitten, dass Jonah beschäftigt wird. Ich würde das nie mehr über die Familie machen, sondern vorher eine Babysitterin (kann ja auch eine Bekannte sein, die kein Gast ist) dem Kind vertraut machen und dann für den Abend engagieren. Jetzt so im Nachhinein war Jonah glaub ich die ganze Zeit gar nicht dabei, während der Feier. Ich war aber so beschäftigt, ich habe das gar nicht so mitbekommen. Ich hätte doch so gerne auch mit ihm getanzt, das mit ihm mal genossen,... irgendwie war dann alles so schnell vorbei. Was ich aber noch empfehlen kann: Babyphone mitnehmen! Jonah haben wir vor der Kirche in einem Wohnwagen eines Freundes schlafen gelegt. Das war super praktisch. Wir hatten das Babyphone mit Kamera und hatten ihn immer im Blick, der Wagen war abgeschlossen und direkt an der Location dran geparkt. Wir hatten leider keinen Raum der still war, Jonah hätte da niemals zur Ruhe gefunden. Das war echt cool, aber ja- ein Babysitter wäre super gewesen.


__


Nun habt ihr den ersten Einblick von unserer Hochzeit, die schönen Bilder von Luisa (Luisa Breuer Photography) sind wirklich traumhaft geworden und sind perfekt, um euch alles ein wenig näher bringen zu können. Wir lesen uns also bald!


Schreibt mir gerne bei Instagram, was vielleicht noch fehlt!


Fühlt euch gedrückt,


liebst, mara




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